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Name der Einrichtung:
Ambulante Behandlungseinrichtung Spielsuchthilfe
Prävention, Beratung, Therapie, Betreuung für Glücksspielabhängige und Angehörige

Rechtsform:
Gemeinnütziger Verein

Adresse, Telefon, Fax, E-mail:
1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21/DG,
Telefon: 0043 1 544 13 57, Fax: 0043 1 544 61 92
E-mail: therapie@spielsuchthilfe.at

Zielgruppe/n:
alle, die ein Problem mit dem Glücksspiel haben (Spieler, Spielerinnen) und Angehörige Spielsüchtiger (Verwandte, Freunde, Kollegen, Arbeitgeber) sowie alle Interessierten (Fachleute, Medien, Entscheidungsträger im politischen- und Glücksspielbereich, Studenten, Schüler...).

Aufgaben/Ziele
  • Hilfestellung (Beratung, Psychotherapie, Behandlung, Betreuung)
    für (Glücks-) Spieler/innen und Angehörige Spielsüchtiger
  • PR- Arbeit (Sensibilisieren der breiten Öffentlichkeit für die Spielsuchtproblematik)
  • Wissenschaftliche Forschung (insbesondere Grundlagenforschung)

Finanzierung:
Die Tätigkeit der Spielsuchthilfe und damit das kostenlose Beratungs- und Therapieangebot für die betroffenen Personengruppen – hilfesuchende Spieler/innen und Angehörige Spielsüchtiger, wird von Beginn an durch finanzielle Unterstützung der Sponsoren aus dem Glücksspielbereich gefördert. Die Casinos Austria unterstützen seit 1983, Österreichische Lotterien seit 1986, seit 1995 unterstützt die Austrian Gaming Industries und seit 2009 BWIN Party.
Von Beginn an haben wir immer wieder versucht auch die öffentlichen Stellen zur Finanzierung unserer Beratungs- und Behandlungsangebote für die Hilfesuchenden zu gewinnen. Abgesehen von einigen wenigen, geringen punktuellen Zuwendungen der Stadt Wien in den vergangenen dreißig Jahren ist uns dies nicht gelungen.
Seit 2011 fördert erfreulicherweise die Sucht- und Drogenkoordination der Stadt Wien einen Teil der Beratungs- und Behandlungskosten.

Angebote der Spielsuchthilfe (kostenlos):
Telefonische-, online- und persönliche Beratung. Psychotherapie (Einzel-/Paar-/Familientherapie), mehrere therapeutische Gruppenangebote, Sozial- und Schuldnerberatung, Geldmanagementhilfe, psychiatrische Sprechstunde (Konsultation und Behandlung), nach Bedarf Überweisung in stationäre Therapie und Nachbetreuung, begleitete Freizeitangebote.

Inanspruchnahme der Stelle:
  • Rund 1000 persönlich betreute Personen (Spieler/innen und Angehörige) jährlich
  • ca. 7000 Beratungs- und Therapiegespräche jährlich
  • 13 Berater/TherapeutInnen (5,5 Vollzeitstellen)

Problematik pathologischen (krankhaften) Glücksspiels
1991 wurde das pathologische Glücksspiel von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in das maßgebliche Diagnostische Verzeichnis psychischer Störungen ICD-10 (im Abschnitt: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen) erstmalig aufgenommen.
Die Amerikanische Psychiatrische Gesellschaft (APA) hat das pathologische Spielen in ihrem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen DSM bereits 1980 aufgenommen. Im Mai 2013 wurde das pathologische Spielen in der aktuell jüngsten Revision des DSM, im DSM-5 diagnostisch reklassifiziert (http://www.dsm5.org).
Die zuständige Arbeitsgruppe «Substance-Related Disorders Work Group» hat, gestützt auf Untersuchungen, die unter anderem auf gemeinsame genetische Faktoren und ähnliche Aktivierungsmuster bei Substanzabhängigkeit und Spielsucht hinweisen, die Diagnose «Pathological Gambling» im DSM-5 unter der Kategorie «Addiction and Related Disorders» als erste Verhaltenssucht (Gambling Disorder) aufgenommen.

Anzahl der Betroffenen, Häufigkeit des Auftretens
Im Mai 2011 wurde die erste repräsentative „Österreichische Studie zur Prävention der Glücksspielsucht“ (Kalke, 2011)* veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie vom Hamburger Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung im Auftrag der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Suchtvorbeugung.
Betroffen sind in Österreich laut der Studie, bezogen auf das Jahr 2010, insgesamt 1,1% der Erwachsenen (14-65 Jahre) der Gesamtbevölkerung. Davon erfüllen 0,7% die Kriterien für die Diagnose pathologisches Spielen (wie Spielsucht in der Fachsprache bezeichnet wird), 0,4% können als problematische Spieler/innen bezeichnet werden. In einzelnen Bundesländern sind die Anteile der Betroffenen unterschiedlich.
In Wien ist der Anteil der Betroffenen mit 1,9% der 14-65-Jährigen Wiener höher als in anderen Bundesländern (mit Ausnahme von Tirol) - (davon: 1% pathologische Spieler/innen und 0,9% problematische Spieler/innen). Die Zahlen für die Bundesländer sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da die Fallzahl der Studie nur auf Gesamt‐Osterreich berechnet ist.

* Kalke, Jens & all (2011): Glücksspiel und Spielerschutz in Österreich. Empirische
Erkenntnisse zum Spielverhalten der Bevölkerung und zur Prävention der Glücksspielsucht.
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